"Horsemanship" ist eine Lebenseinstellung

 "Horsemanship" dient dazu, Probleme zu lösen und das Potential des Pferdes zu erreichen.
Die Philosophie ist uralt und zum Großteil von kalifornischen Vaqueros und Buckaroos aus den USA überliefert; als bedeutende „Gründer“ werden Tom Dorrance, Ray Hunt und Buck Brannaman (Balance-Feeling-Timing) genannt.
Es ist in dem Sinne kein eigenständiges Ausbildungssysthem sondern es bezieht sich auf die (mentale) Verbindung / innere Haltung zum Pferd, Wie ich dem also Pferd gegenübertrete. 

 

Horsemanship bedeutet, dass die Grundbedürfnisse des Pferdes erfüllt sind,
wodurch sich das körperliche und seelische Wohlbefinden des Pferdes im Umgang und der Ausbildung deutlich verbessert (und dadurch auch sein Reiter profitiert).


Es ist für ein harmonisches Miteinander unerlässlich, sich die Kunst, mit Pferden sinnvoll und verständlich umzugehen, anzueigenen, sowie das Verhalten und die Sprache der Pferde zu verstehen. 

Die richtige Sprache und Hilfengebung seitens des Menschen ist entscheidend für die Interpretation sowie die Lerndauer beim Pferd.

Man sollte stets danach streben bei Misserfolgen den Fehler bei sich zu suchen und dem Pferd das Lernen so leicht wie möglich zu machen und sich eine klare Zielsetzung und eine eindeutige sinnhafte Aufgabenstellung vor Augen führen.

Durch regelmäßige Wiederholung und gleichbleibende (Ampelprinzip und sich verfeinernder) Hilfengebung - z.B. mittels Schenkeldruck, Leitseil - fügt das Pferd neue Bewegungen zu seinem persönlichen Repertoire hinzu.

Das angemessene, ruhige und konsequente Agieren des Menschen auf die jeweiligen Aktionen des Pferdes sind Fähigkeiten, die es sich anzueignen lohnt, wenn man regelmäßig in engerem Kontakt zu Pferden steht.

Das fein abgestimmte Timing des Trainers motiviert sein Pferd und wird so zum Schlüssel des Lernerfolges.

Für jedes Training sind emotionale Prägung, individuelle Talente, sowie rasse- und zuchtbedingte Eigenschaften entscheidend.

 „In the end, when you ask your horse to do something, he wants to do it, he likes to do it, he understands how to do it, and he does it.“

(Ray Hunt)

AKTUELLE FOTOS AB 2019 FOLGEN !!!

GRUNDSÄTZLICHES

Kommunikation:

Um "mit Pferden zu sprechen" möchte ich in meiner Arbeit dazu beitragen, den Menschen dazu befähigen, sozusagen die Sprache der Pferde zu erlernen. Seine Körpersprache, Gestikulation, Tonfall und im Besonderen die Bewegung im Raum spielen hier eine große Rolle, sowie Grundwissen über das Pferdeverhalten.

 

Respekt und Vertrauen:

Beides darf als gegeben vorausgesetzt werden!

Peter Kreinberg sagte dazu sehr schön "Man sollte sich nicht fragen, wie man Vertrauen aufbauen kann, denn dies ist von vornherein immer da, man sollte sich jedoch fragen, was alles nötig ist, um dieses Vertrauen nicht zu verlieren!"
Häufig jedoch ist Respekt durch z.B. nicht natürliche vermenschlichung von Pferden in unserer Zeit ein Problem, welches, fundamental bearbeitet werden muss um eine weitere postive Zusammenarbeit zu ermöglichen.


Fokussierung:

Nach dem Eingehen einer Partnerschaft mit dem Pferd, ist es für die Zusammenarbeit von großer Bedeutung, sich aufmerksam auf eine Aufgabe konzentrieren zu können. Dies muss nicht nur das Pferd, sondern auch der Mensch lernen.


Desensibilisierung und Sensibilisierung:

Desensibilisierung, da wir nicht auf weiten Steppen leben, sondern von unzähligen, für das Fluchttier Pferd als bedrohlich wahrgenommenen "Mitbewohnern" umgeben sind (Häuser, Autos, Leitplanken, Regenschirme, Bälle, usw.).

Daher ist es notwendig, dem Pferd zu vermitteln, dass diese in seiner Umwelt nicht gefährlich sind.

Sensibilisierung ist nötig, da wir uns alle ein fein zu leitendes und motiviertes, mitdenkendes Pferd wünschen.

 

BODENSCHULE & ARBEIT AN DER HAND

 Nach dem Aufbau einer gesunden Mensch-Pferd-Beziehung (Grundsätzliches!)

steht dieses Kapitel am Anfang der Ausbildung für Mensch und Pferd.

Basierend auf einer sinnvollen Gestaltung der Trainingseinheiten werden Grundlagen für das (spätere) Reiten erarbeitet

und eine Annäherung auf Augenhöhe erreicht.

Vom Führtraining (direktes Gefühl) über die Leitseilarbeit (Freiheit in Grenzen) und der Arbeit an der Hand (bis zur hohen Schule) bis hin zur Freiheitdressur und einer Kontrolle in schwierigen Situationen!

Fotos: Beispielreihe aus einem Baustein der TGT - Bodenschule am Leitseil!

FREIARBEIT

 "Wenn der Strick ab ist, zeigt sich die Wahrheit"

 

Bei meinen eigenen Pferden lege ich viel Wert darauf, sie so frei wie möglich zu lassen, ich möchte täglich meine Partnerschaft „prüfen“ und sehen, ob und wie ich noch weiter an mir selbst arbeiten muss.
Bevor ich ein Pferd überhaupt durch Hilfsmittel wie ein Leitseil zu mir hole, erarbeite ich mir erste Kommunikationsgrundlagen frei.

Meiner Erfahrung nach schafft dies eine grundlegend andere Beziehung zum Partner Pferd.
So beginne ich z.B. auch häufig bei Korrekturpferden mit der Freiarbeit! 



Es heißt bekanntlich, dass das Pferd unser eigener Spiegel sei, denn alle unsere (bewussten und vor allem unbewussten) Handlungen haben immer Auswirkungen auf das Verhalten des Pferdes. Je nachdem, ob es sich von uns irritiert, behindert, eingeschränkt, missverstanden oder gar gewaltsam behandelt fühlt, oder unsere Handlungen aber versteht, sie als angenehm, hilfreich und motivierend empfindet, wird sich sein Verhalten als Gewohnheiten festigen. Pferde zeigen uns dadurch sehr genau unsere Stärken und Schwächen. (P.K.)


Lernen wir, unser eigenes Verhalten richtig zu deuten, so können wir uns selbst realistisch beurteilen und uns über unsere tatsächlichen Handlungen bewusst werden.


Lernen wir, uns verständlich zu machen und uns selbst zu disziplinieren, wird unser Verhalten für die Pferde nachvollziehbar und kalkulierbar, wodurch eine echte Partnerschaft zum Pferd entstehen kann.

 

KORREKTURPFERDE

"Zu 90% ist oder war der Mensch das Problem!"

 

Als Korrekturpferd bezeichne ich Pferde, welche im Umgang mit dem Menschen größeren Nachholbedarf im Bereich Erziehung und Kommunikation haben, sowie sich selbst und andere durch ihr Verhalten gefährden.

Körperliche Ursachen wie z.B. Schmerzen auf Grund einer fehlerhaften Ausrüstung oder mangelhafter Huf/Zahnbearbeitung sind dabei ausgenommen, denn sobald eines dieser Punkte oder andere körperliche Ursachen in Frage kommen wird logischerweise nicht mit einem intensiven Training begonnen! 
Häufige Ursachen sind ebenfalls Verspannungen auf Grund eines mangelhaften Trainings, diese werden natürlich sorgfältig aufgearbeitet!

Klassische Beispiele für eine notwendige Korrektur sind Pferde, die gefährliche Verhaltensweisen wie:

ausschlagen, beißen, steigen, buckeln, sich losreißen, überängstlich sind, bedrängen, überrennen, usw. zeigen!

 

Diese Pferd-Menschen-Paare benötigen individuelles und intensives Coaching, denn zum Einen ist sofortiges situationsabhängiges Handeln, zum Anderen eine langfristige Verhaltensänderung vonnöten.