Trainer

Die Sache mit den Trainern...
Das jeder der ein oder zwei Pferde hat sich heutzutage Trainer nennt und ab und an Unterricht gibt ist ziemlich in Mode gekommen.
Zum Leid vieler Pferde und Menschen.
Hand aufs Herz, kann man sich ernsthaft als Trainer ausgeben wenn man lediglich sein eigenes Pferd - nennen wir es "ausgebildet" hat, selbst 3 Unterrichtsstunden hatte, einen Kurs besuchte oder ein paar Bücher gelesen hat?
Ich denke nicht.
Ein wirklicher Trainer/Ausbilder für Pferde (und Menschen im übrigen!) sollte tagtäglich über Jahre hinweg viele verschiedene Pferde arbeiten und sich vor allem regelmäßig bei richtigen Quellen/ z. B. bei alten Lehrmeistern selbst permanent aus/ sowie weiterbilden lassen!
Keiner hat die Weisheit mit dem Löffel gefressen, jeder fängt klein an, aber wenn ich ein aktives Becken oder eine Überbelastung der linken Schulter nicht erkenne sollte ich mich hüten zu lehren und zunächst selbst in Lehre gehen!

Es wird heutzutage so unendlich viel abartig falsches Wissen verbreitet (von der Geschichte über Verhalten bis zur Biomechianik und Ausbildung), neue Theorien und Methoden werden erfunden - natürlich mit jeweils (schrecklichen und absolut unnötigen) dazu nötigen Hilfsmitteln. Alte Lehren werden abgeändert, Pferde vermenschlicht oder vergewaltigt, es ist teilweise wirklich nur noch ein Trauerspiel.
Das Pferd ist mehr ein Gebrauchsgegenstand, ein Statussymbol oder ein Vermarktungsprodukt geworden statt ein Partner fürs Leben.

Um nur einen Hauch von Wissen rund ums Pferd zu erlangen muss man mit Pferden unterschiedlicher Rassen, Größen, Alter, Temperamenten und Charakteren arbeiten, unterschiedlich arbeiten, ausprobieren, mit einfachen und schwierigen Pferden, mit rohen und mit versauten!
Man muss sich täglich reflektieren und hart an sich arbeiten!
Es reicht nicht aus seinem eigenen netten Hotta über 10 Jahre hinweg etwas Schulterherein, Liegen und die ein oder andere Übung mit Hilfe eines anderen Trainers beigebracht zu haben.
Noch dazu wenn Trainer XY auf seinen Kursen zu 90% immer die gleichen Übungen präsentiert und jedes Pferd in eine Schablone presst.
Seid absolut vorsichtig bei Trainern die vor Jahren irgendwo bei irgendwem mal irgendein Abzeichen gemacht haben.
Oder solchen die mal ein kleines Tunier gewonnen haben oder sich einfach 20 Ponys leisten können.
Oder, oder, oder....die Liste der Scharlatane ist lang!

Schaut euch genau die Erfahrung der Trainer an, das Verhalten und die Entwicklung derer Privatpferde und Berittpferde, die Entwicklung der Schüler, die Lehrer eures Trainers!
Es macht einen gewaltigen Unterschied ob ich 25 Jahre alt bin, viele Likes in sozialen Medien durch ein paar nette Fotos und Berichte erhalten habe, ob ich 40 Jahre alt bin und seid 10 Jahren von morgens bis abends auf dem Pferd sitze oder ob ich gar 60 Jahre alt bin, mit Pferden aufgewachsen und unendlich viel Erfahrungen mit unendlich vielen Pferden sowie Menschen gemacht habe, das jeweilige "spezifische" Thema eines Teams umgehend erkenne und ihnen individuell weiterhelfen kann!