Basicreihe - Thema Flexionen

FLEXIONEN,

oder auch Nachgiebigkeitsübungen, Dehnübungen, Abkauübungen und wie sie sonst noch so genannt werden! 


Diese stellen einen sehr sehr wichtigen Punkt in der Ausbildung des Pferdes da und wurden erstmals von F. Baucher ausführlich niedergeschrieben und intensiv praktiziert sowie gelehrt.

Heute sind sie ebenfalls noch vereinzelt zu finden und werden von z.B. Peter Kreinberg, Manuel Jorge de Oliveira, Philippe Karl, Bent Branderup, usw. gelehrt.  


Flexionen durchzuführen und zu lehren ist eine Wissenschaft für sich.

Die Ausführung benötigt sehr viel Geduld und Wiederholungen sowie einen geschulten Blick und ein feines Gespür!!! 


Es gibt verschiedene Formen:

- die nach senkrecht oben

- die nach rechts nur in form einer Stellung

- die nach rechts in form einer Biegung

- die nach links nur in form einer Stellung

- die nach links in form einer Biegung 

- die nach hinten oben 

- die nach vorne unten 


Jede Ausführung beinhaltet einen anderen Schwerpunkt, dehnt und kräftigt gleichzeitig verschiedene Muskelgruppen. 

Richtig ausgeführt können Verspannungen und Blockaden gelöst werden. 

Jungen Pferden kann so erstmals die Einwirkung der jeweiligen Zäumung stressfrei erklärt werden. 


Stellung und Biegung fällt dem Pferd nach und nach in der Bewegung deutlich leichter, wenn es bereits im Stand genügend geschmeidig gemacht wurde und mögliche Verhärtungen einzelner Muskeln aufgelöst wurden. 


Weiterhin regen sämtliche Flexionen zum kauen und entspannen an, das Maul und damit Kiefer sowie Genick wird aktiviert und mobilisiert. Ebenfalls kann mittels Abkau-Übungen die Brust; Schulter; Rücken sowie Hinterhandmuskulatur gymnastiziert werden!

Wenn ich dabei mein Pferd aufmerksam beobachte eröffnen sich (auf Grund möglicher körperlicher Probleme in diesem oder jenem Bereich) die nächsten Türen wie ich das folgende Training gestalten kann. 

Ein aktives (richtig!) kauendes Maul ist Ziel jeder Pferdeausbildung, denn dies zeigt, dass das Pferd im ganzen Körper arbeitet und keine Verspannungen hat. 

Voraussetzung dafür ist natürlich auch ein unverspannter und gefühlvoller Mensch!


Es ist absolut fatal, dem Pferd mittels Sperrriemen oder engem Reithalfter usw. den Kauvorgang zu blockieren oder gar ganz zu unterbinden/verbieten! 

Dies schafft eine ganze Menge an Verspannungen und Blockaden, physisch sowie psychisch!!! 


Zunge über das Gebiss schieben, heraus hängen, Maul aufreißen, nicht Rückwärts gehen, oder andere Aussagen, mit dem Reiter versuchen entsprechende Verschnürungskreationen zu rechtfertigen, sind in der Tat Schwachsinn und meist Zeichen von Verspannungen und Blockaden oder gewaltvoller Einwirkung seitens des Menschens!


Ein wahrhaftiger Reiter benötigt weder Sperrriemen, noch Handschuhe, noch Ausbinder, noch noch noch....


Eine wahrhaftige Flexion bedeutet ruhige Detailarbeit und sehr viel Übung! 

Da dabei leider auch sehr viel schief gehen kann bitte ich darum sich anfangs immer einen guten Trainer hinzuzuholen, der um die nötigen Details weiß und wirklich Erfahrung sowie Gefühl darin hat! 


lg Pia