Basicreihe - Thema Timing

Bei allem!!!
Vom Führen in den Wendungen über das Anhalten, bis hin zum Reiten in der hohen Schule (dort fällt das richtige Timing natürlich viel mehr ins Gewicht wie z.B. beim Führen, schulen sollte man sein Gefühl dafür jedoch von Anfang an!) 
Das richtige Timing zu erlernen ist wahrlich eine Meisteraufgabe!
Fühlen zu lernen z.B. ob in einer Galopppirouette das innere Hinterbein vor oder zur Seite fußt. Eine intersive und langjährige Ausbildung seiner selbst! 
Dieses Thema ist sehr umfangreich, es ganz zu erläutern ist unmöglich!

-> Achtet auf die Schwebe- und Stützphasen!
-> Lernt diese nicht nur zu sehen, sondern auch zu fühlen! 
-> Achtet darauf, wann es für das Pferd logisch und einfach ist eine Anforderung umzusetzen
-> Gebt z.B. den Anhalteimpuls in dem Moment wenn das innere Hinterbein/äußere Vorderbein in der Schwebphase ist, das Pferd kann dann entsprechend beim Auffusen mehr Last aufnehmen, sich so entspannt zurücknehmen und ohne Störungen oder Verzögerungen zum Halten kommen! Bei Wendungen wird der Impuls z.B. in dem Moment gesetzt, wenn das jeweilige richtungsweisende Vorderbein in der Schwebephase ist, usw. 
-> Fragt euch bei Wiederspenstigkeiten seitens des Pferdes - va beim Erlernen neuer Dinge - ob ihr die Frage/Aufforderung zur entsprechenden Aktion im richtigen Moment gestellt habt, so dass es das Pferd auch verstehen kann (ein Bein in der Stützphase kann sich nunmal nicht wie gewünscht bewegen, selbst wenn das Pferd es gerne möchte um dem Wunsch des Menschen zum entsprechen!) 
-> Konzentriert euch, lernt, seht, fühlt, übt, übt, übt um die kleinen Störungen im Tun Step by Step zu beseitigen! 
-> Man beachte auch die richtige Abstimmung von Hand und Bein! 
Bzw. Hand ohne Bein und Bein ohne Hand wie es in den Schriften alter Reitmeister zu lesen ist! 
-> Das Timing der Impulsgabe oder Aussetzens ist ebenfalls für den Lernerfolg ausschlaggebend! 
Hierzu muss euer Nachgeben / Loben oder euer Hilfe verstärken / Korrigieren im richtigen Moment erfolgen! Diesen Moment wahrzunehmen und daraufhin unmittelbar reagieren zu können benötigt ebenfalls viel Übung! 
-> Bitte: don´t worry, wenn es nicht sofort oder exakt klappt! 
Das richtige Timing zu erlernen ist eine Lebensaufgabe und sehr anspruchsvoll, man lernt mit jeder Lektion / Übungseinheit dazu und wird nach und nach besser! 
Das Pferd wird euch bereits für das Bewusstsein danken dass ihr versucht Hilfen in richtigen Moment zu geben, eure Bemühungen wahrnehmen und entsprechend darauf reagieren! 
Nicht umsonst ist das gemeinsame Lernen und Wachsen mit dem Pferd so wundervoll! 
-> Zu wissen wann man welche Hilfe wie intensiv und in welchem Moment gibt ist für mich u.A. ein Qualitätsmerkmal! 
-> Ich liebe zum beginnen die Übung "Wendungen von mir weg" beim Führen, dort fällt ein falsches sowie ein richtiges Timing va bei Pferden die diese Übung noch nicht kennen enorm auf! 
Und glaubt mir, ihr übt ein Weilchen daran, bis dies auch ohne hin zu sehen funktioniert 😉

Zum Video: 
Ein feines Auge erkennt den Unterschied!!!

Einmal Führen, einmal Seitwärts, jeweils wird zuerst ein falsches Timing, danach das richtige Timing gezeigt, man achte auf die Fußfolge des Pferdes sowie seinen Gesamtausdruck!

Jan kennt diese einfachen Übungen natürlich sehr gut, deshalb fällt ein falsches Timing fürs Auge nicht mehr so ins Gewicht, dennoch sieht man im Detail deutlich den Unterschied bei der Losgelassenheit und dem Takt! 
Würde ich jedoch hier im falschen Timing zu starke Hilfen geben würde er mit stärkerem Taktverlust, Stolpern, Kopfschütteln oder Kopf hochreißen reagieren!

Jeder kann sich denke ich selbst ein Bild davon machen wie sich ein falsches Timing beim erlernen neuer Aufgaben auswirkt oder bei anspruchsvolleren Lektionen sowie höheren Gangarten!

Und wie viele Menschen würden beispielsweise ein Kopfhochreißen als etwas anderes deuten und entsprechend unangemessen reagieren, zum 'leid' des Tieres 😫 
(- sicherlich gibt es für Kopfhochreißen auch andere Ursachen wie ein falsches Timing)

 

Sich dessen bewusst zu werden und zu forschen woran eine Unmutsäußerung oder ein nicht Gelingen liegt, darum geht es mir! 
Und das Problem kaschieren, das Pferd ignorieren und z.B. via Sperrriemen, Ausbindern, noch mehr Zug, feste Hände, dauerhaft kickende Sporen und klemmende Beine zeitgleich ist niemals eine Lösung! 
Es zeigt lediglich die Unfähigkeit des Reiters an sich selbst zu arbeiten!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0